SHUTTER ISLAND
2010-03-08
Martin Scorsese überzeugt nach seinem oscargekrönten Gangsterfilm „The Departed“ mit einer toll gemachten Hommage an den Genrefilm – mit Leonardo DiCaprio und Ben Kingsley in zwei Paraderollen
Teddy Daniels und sein Partner Chuck kommen auf die Gefängnisinsel Shutter Island, um eine entflohene Patientin wiederzufinden. Auf Shutter Island, so erklärt Dr. Cawley, leben nämlich keine Häftlinge, sondern nur Patienten – es handelt sich um Menschen, die zwar gefährlich sind, aber allesamt an schweren psychischen Krankheiten leiden. Teddy Daniels ist aber skeptisch – zwischen Kriminellen und kriminellen Verrückten macht er lieber keinen Unterschied. Besonders allergisch reagiert er auf den deutschstämmigen Dr. Naehring, der Teddy Fragen zu seiner Vergangenheit stellt...
„Shutter Island“ ist zwar eine Hommage ans Genrekino – und in vielem auch nicht mehr als ein Genrefilm. Das muss der Film, der auf einem von Laeta Kalogridis adaptierten Roman von Dennis Lehane basiert, aber auch gar nicht. „Shutter Island“ ist nämlich sowohl inhaltlich als auch formal so perfekt gemacht, das der Film nur den Kinogänger nicht überzeugen kann, der im Grunde genommen mehr als nur einen Genrefilm erwartet.
Einerseits lässt sich „Shutter Island“ als Absage an Verschwörungstheorien lesen und ist somit hochaktuell – andererseits ist es aber auch ein Film, der nur wenig bis keine Gesellschaftskritik betreibt – was ja durchaus typisch ist für einen Genrefilm. Trotzdem verarbeitet Martin Scorsese auch in „Shutter Island“ ein Stück amerikanische Geschichte – auch wenn es am Schluss eben nicht die Hoover Boys sind, die hinter allem stecken. - Besonders stark ist bei „Shutter Island“ auch der Einsatz der Musik – Robbie Robertson (The Band) zeichnet verantwortlich für die Auswahl. Kurz und gut: ein echter Scorsese!
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